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Singen in Coronazeiten

Singen in Corona-Zeiten

Das Singen gehört seit Urzeiten zum religiösen Leben. Dies belegen zu Beispiel die Psalmen. Auch im urchristlichen Gottesdienst wurde gesungen. Der Gesang ist das einzige musikalische Element, das in allen christlichen Konfessionen zum Gottesdienst dazugehört - im Gegensatz zu instrumentaler Musik, die sehr unterschiedlich bewertet wird. Ist Singen gefährlich?

Woher kommt die Angst vor dem Singen?

Als die erste Corona-Welle sich anbahnte, gab es einige Vorfälle, die den Verdacht einer erhöhten Ansteckungsgefahr bei Gesang weckten. Chöre wurden krank. Besucher einiger Gottesdienste wurden krank.

Im Nachhinein sehen wir, dass von den weltweit schier zahllosen Chören, die bei Beginn der ersten Welle ahnungslos wie immer geprobt haben, gerade mal eine Handvoll erkrankten, etwa in Deutschland der Berliner Domchor und ein Chor in Amsterdam. Das war schlimm, ist aber in Bezug auf die große Gesamtzahl der Chöre nicht signifikant. Hätten nicht viel mehr Chöre erkranken müssen? Auch stellt sich die Frage, ob sich die betroffenen Menschen infiziert haben, weil sie gesungen haben, oder ob sie sich nicht genauso infiziert hätten, wenn sie ohne zu Singen zwei Stunden im meist engen Probenraum zusammen gewesen wären. Dass explizit das Singen die Verbreitung der Viren in diesen Gruppen befördert hätte, ist nicht bewiesen.

Wer singt, gibt mit seiner Atemluft auch Viren in seine Umgebung ab, falls er welche in sich trägt. Ein Irrtum ist jedoch, dass Sänger besonders viel Luft ausatmen. Man versuche einmal, eine brennende Kerze mit Gesang zu löschen, und man wird feststellen, dass beim Singen nur sehr wenig Atemluft ausströmt. Anders als etwa beim Flüstern.

Sehen Sie sich dieses kleine Experiment an - es dauert keine drei Minuten:

https://www.youtube.com/watch?v=A3TZ0VAXc_8

Besondere Beachtung erfordern beim Singen allerdings die Konsonanten. Nicht von ungefähr gibt es den Begriff der „feuchten Aussprache“ - übrigens beim Singen und Sprechen gleichermaßen.

Da man beim Singen von Liedern nicht nur Töne, sondern auch Text artikuliert, gibt man Tröpfchen von sich. Der Infektionsgefahr durch umherfliegende Tröpfchen lässt sich jedoch wirkungsvoll mit den gängigen Masken und vor allem durch Einhalten der Sicherheitsabstände entgegenwirken.

Wenn wir entsprechende Vorsichtsmaßnahmen beachten - Abstand, Maske, Hygiene - , brauchen wir beim Singen keine Angst vor einem erhöhten Infektionsrisiko zu haben.

Eine bedeutende Informationsquelle ist die Risikoeinschätzung, die gemeinsam erarbeitet wurde vom Universitätsklinikum Freiburg, der Hochschule für Musik Freiburg, dem Freiburger Institut für Musikermedizin und dem Freiburger Forschungs- und Lehrzentrum Musik.

Lassen Sie uns also - mit der angebrachten Sorgfalt, aber ohne übertriebene Ängstlichkeit - SINGEN.

 

Wolfgang Kleber

 

 

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