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Konzert 8. Oktober, 20 Uhr. Einführung 29. September, 19 Uhr

Tefilla

"Tefilla", das Oratorium von Wolfgang Kleber zur Doppelstele von Igael Tumarkin auf dem Paulusplatz, kommt wieder zur Aufführung in der Pauluskirche. Das 2001 uraufgeführte Werk befasst sich mit dem Verhältnis zwischen christlicher und jüdischer Religion.

Auf dem Paulusplatz hat 1993 der israelische Künstler Igael Tumarkin sein eisernes Stelenpaar "Bindung und Kreuzigung" aufgestellt. Direkt vor dem Sitz der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau präsentieren die Stelen dem Betrachter das Nebeneinander von Judentum und Christentum. Symbolträchtige Details regen zum Nachdenken an.

Hier geht es zum Vorverkauf online

Wolfgang Klebers Oratorium "Tefilla" bezieht sich auf dieses Stelenpaar.

Die Stelen stehen aufgerichtet nebeneinander und blicken in Richtung der für beide Religionen (wie auch für den Islam) heiligen Stadt Jerusalem. Diese Stellung entspricht einer bestimmten Gebetshaltung. Daher der Name der Komposition: Das hebräische Wort „Tefilla“ bedeutet Gebet, Hinwendung zu Gott.

Das, was die Stelen darstellen, sind die wahrlich skandalösen Vorkommnisse, welche für beide Religionen von grundlegender Bedeutung sind: die eine Stele erinnert daran, wie Isaak von seinem Vater Abraham geopfert werden sollte (nachzulesen in 1. Mose 22). Die andere Stele erinnert an den Tod Jesu von Nazareth am Kreuz.

In dem andauernden Versuch, diese unfassbaren Vorkommnisse zu verstehen und zu deuten, ist Theologie gewachsen. So wurden Isaak und Jesus Bürgen für den Bund Gottes mit allen Menschen. In der Liturgie, in jüdischen Festen und im christlichen Kirchenjahr werden die Geschichten nach-erlebt.

Die überaus vielfältige Thematik spiegelt sich in einer sehr heterogenen Textzusammenstellung wider: Biblische Texte in verschiedenen Übersetzungen (Martin Buber, Martin Luther u.a.), Texte von Goethe, Lessing, Lasker-Schüler, Elie Wiesel, Fritz Deppert, Gedichte aus Auschwitz - und anderes mehr.

Im Zentrum des Librettos steht die Parallelführung der biblischen Erzählungen von Isaak und Jesus.

Die Musik will den Hörer direkt ansprechen und darüber hinaus Inhaltliches auch in strukturellen Besonderheiten ausdrücken. Neben Solo- und Chorgesang, Orgel, Streich-, Blas- und Schlaginstrumenten kommen auch die Stelen selbst zum Klingen.

 

In einer Einführungsveranstaltung am 29. September 2022 um 19 Uhr auf dem Paulusplatz und in der Pauluskirche wird Dr. Dietrich Neuhaus die Doppelstele erläutern. Anschließend spricht Wolfgang Kleber über seine Komposition. Diese Einführungsveranstaltung wird moderiert von Ulrike Schmidt-Hesse. Der Eintritt ist frei.

Das Oratorium TEFILLA wurde 2001 am jüdischen Neujahrsfest in der Pauluskirche uraufgeführt. Nach mehreren Wiederholungen 2003 und 2005 in Darmstadt, Frankfurt und Berlin wird es als Konzert am 8. Oktober 2022 in der Darmstädter Pauluskirche erstmals wieder erklingen. Karten im Preis von 8 bis 30 € sind im Vorverkauf online und an den üblichen Stellen erhältlich sowie an der Abendkasse. Einführungsabend und Konzert werden gemeinsam von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Darmstadt e.V. und der Evangelischen Paulusgemeinde Darmstadt veranstaltet.

Vorverkauf online

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