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Tefilla Tefilla - Jüdisch-christliches Oratorium

Kurs-Nr.: Tefilla - Jüdisch-christliches Oratorium, 08.10.2022, Darmstadt

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Infos

Termin 08. 10. 2022 20:00 – 21:45 Uhr

Ort Pauluskirche, Niebergallweg 20, 64285 Darmstadt

Kosten

Links

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Wolfgang Kleber

Tefilla

Oratorium zum christlich-jüdischen Dialog

 

Besetzung
Solosopran, Solobass
Gemischter Chor

Bläserquintett
Streichquintett

Orgel
Schlagzeug
 

Textauswahl und Musik: Wolfgang Kleber


Auf dem Paulusplatz hat 1993 der israelische Künstler Igael Tumarkin sein eisernes Stelenpaar "Bindung und Kreuzigung" aufgestellt. Direkt vor dem Sitz der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau präsentieren sie dem Betrachter das Nebeneinander von Judentum und Christentum. Symbolträchtige Details regen zum Nachdenken an.

Wolfgang Klebers Oratorium "Tefilla" bezieht sich auf dieses Stelenpaar.

Die Stelen stehen aufgerichtet nebenenander und blicken in Richtung der für beide Religionen (wie auch für den Islam) heiligen Stadt Jerusalem. Diese Stellung entspricht einer bestimmten Gebetshaltung. Daher der Name der Komposition: Das hebräische Wort „Tefilla“ bedeutet Gebet, Hinwendung zu Gott.

Das, was die Stelen darstellen, sind die wahrlich skandalösen Vorkommnisse, welche für beide Religionen von grundlegender Bedeutung sind: die eine Stele erinnert daran, wie Isaak von seinem Vater Abraham geopfert werden sollte (nachzulesen in 1. Mose 22). Die andere Stele erinnert an den Tod Jesu von Nazareth am Kreuz.

In dem andauernden Versuch, diese unfassbaren Vorkommnisse zu verstehen und zu deuten, ist Theologie gewachsen. So wurden Isaak und Jesus Bürgen für den Bund Gottes mit allen Menschen. In der Liturgie, in jüdischen Festen und im christlichen Kirchenjahr werden die Geschichten nach-erlebt.

Die überaus vielfältige Thematik spiegelt sich in einer sehr heterogenen Textzusammenstellung wider: Biblische Texte in verschiedenen Übersetzungen (Martin Buber, Martin Luther u.a.), Texte von Goethe, Lessing, Lasker-Schüler, Elie Wiesel, Fritz Deppert, Gedichte aus Auschwitz - und anderes mehr.

Im Zentrum des Librettos steht die Parallelführung der biblischen Erzählungen von Isaak und Jesus.

Die Musik will den Hörer direkt anzusprechen und darüber hinaus Inhaltliches auch in strukturellen Besonderheiten auszudrücken. Neben Solo- und Chorgesang, Orgel, Streich-, Blas- und Schlaginstrumenten kommen auch die Stelen selbst zum Klingen.

 

 

„Ausgerichtet nach Jerusalem,
stehen sie dicht beieinander,
leicht versetzt, als wollten sie drei Schritte vorwärts gehen
zum Gebet.

Wie die Cherubim in Hesekiels Vision?
„Ihre Beine - ein gerades Bein,
und die funkelten wie der Anblick geglätteten Kupfers.
Menschenhände unterhalb ihrer Flügel.
Anzusehen wie der Bogen, der im Gewölk wird am Regentag,
so anzusehn rings war der Glanz.
Das war das Ansehn der Gestalt SEINER Erscheinung.“

Nein, Tumarkins Stelen ragen wie Pfähle
aus mattem Eisen.
In beiden der Abdruck einer gespreizten Hand:
Abwehr des Schrecklichen und Geste des Segens.

Wie der Regenbogen, so sind auch sie
ein Zeichen für den Bund Gottes

mit den Nachkommen Noahs, Abrahams und Isaaks,
ein Zeichen für den Bund Gottes mit allen Fremden.“

 

Presse:

"....Klebers moderne, persönlich geprägte, dissonanzenreiche Musik, pendelnd zwischen Lyrik, Dramatik und schlichter Lesung, stellte die Mitwirkenden vor schwierige Aufgaben.

Die Solisten Barbara Meszaros (Sopran) und Thomas Fleischmann (Bass) sowie der Paulus-Chor und ein zwölfköpfiges Instrumentalensemble unter Klebers Leitung zogen mit ihrer engagierten kontrastreichen Wiedergabe die Zuhörer in den Bann einer musikalisch-geistigen Auseinandersetzung.... Man wünscht dem zugleich anspruchsvollen und ansprechenden neuen Oratorium weitere Aufführungen."

Klaus Trapp in "Musik und Kirche" 2001/6

Details

Veranst. Wolfgang Kleber

Telefon

Telefax Langtitel Tefilla - Jüdisch-christliches Oratorium

E-Mail musik@paulusgemeinde-darmstadt.de

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